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Durch den Fußball erwachsen geworden

von: sven_klein

Am 5. Dezember 2000 feierte der Österreicher seinen 24 Geburtstag. Ein junger Mann, “der schon sehr viel erlebt hat”, beschreibt er sich selbst. In der Tat kann der Keeper auf ein bewegtes Fußballerleben zurückblicken. Schon mit fünf Jahren rannte er dem runden Leder beim SV Gerasdorf hinterher. Der kleine Verein, in dem auch sein Vater mitarbeitete, ist an der nördlichen Stadtgrenze von Wien beheimatet. Dort trainierte er schon als 14-Jähriger bei den 1.Herren mit, “was teilweise schon recht lustig war”.

Einem einjährigen Gastspiel beim SV Enzerfeld, wo er als Sechszehnjähriger eine Saison das Tor der 1. Kampfmannschaft hütete, folgte die Rückkehr zu seinem Heimatverein. Heinz Weber spricht gern von seiner Heimat. “Ich habe dort sehr viele schöne Dinge erlebt und bin durch den Fußball relativ schnell erwachsen geworden”, schwärmt er. Mit 19 heiratete er bereits und wurde zum ersten Mal Vater. Bald kam das zweite Kind “und das dritte ist derzeit unterwegs”, lacht er. Heinz Weber ist ein Familienmensch. “Ein schönes Zuhause gibt einem die nötige Kraft und den sicheren Rückhalt auch in schweren Zeiten”.

Die hatte er in seinen jungen Jahren wie jeder andere auch. “Aber es war schon toll, als Jugendlicher sein Geld mit Fußball zu verdienen. Das war zwar nie wirklich viel, aber es reichte immer für eine nette Pistentour am Wochenende”.

“Natürlich hatte meinen Vater ein paar Kontakte und so ergaben sich zwangsläufig Möglichkeiten, die mir immer einen kleinen Vorteil verschafft haben”. Über Vienna Wien landete Heinz Weber dann beim FC Tirol Innsbruck Doch zu stark war der russische National-Keeper Tscherschessow, an dem er nicht vorbei kam. Als ewige Nummer Zwei kam der junge Weber kaum zum Zuge. “Nicht mal in der Vorbereitung durfte ich spielen”, gibt er sich enttäuscht von seine Zeit beim FC Tirol.
Doch dann lockte ihn ein Probetraining auf die Insel. Genauer gesagt zum großen FC Liverpool. “Im letzten Winter war es als ich dort vorspielen durfte”, beginnt der Keeper seine wohl aufregendste Geschichte. “Einen Monat hab ich mit den ganz großen Stars trainiert. Das war schon eine tolle Erfahrung”. Doch nicht nur positives kann er aus dem Mutterland des Fußballs berichten. “Als ich von der gemeinsamen Weihnachtsfeier zurück ins Hotel kam, war alles weg! Wirklich alles. Meine gesamten Klamotten und sogar der Mietwagen!”. Doch dann hellt sich sein Gesicht wieder auf. “Da haben die vom Verein mich in den Fanshop geschickt und gesagt, dass ich mich dort mal ordentlich eindecken soll. Und das hab’ ich getan!”, grinst er verschmitzt.
Doch mit einem Engagement beim FC Liverpool wurde es nichts. Stattdessen nahm er Kontakt zu seinem Berater auf, denn nach Österreich wollte er auf keinen zurück. “Der Kontakt mit dem FC St.Pauli kam über Horst Hrubesch zustande, der meinte, dass der FC einen Keeper bräuchte. Tja, und dann ging alles ganz schnell”.